Märchen öffnen Herzen
Jeux Dramatiques


Was sind Jeux Dramatiques?

Eigentlich "Theater ohne Theater", wie es Konstantin S. Stanislawskij, ein russischer Schauspieler und Regisseur treffend bezeichnete; es gibt nämlich kein Publikum: Jeder spielt seine ausgewählte Rolle nach seinem Empfinden.
Der Franzose Leon Chancerell griff die Idee für sein Jugendzentrum auf. Die Jugendlichen agierten auf der Basis der Commedia dell’arte. Chancerell prägte dafür den Namen Jeux Dramatiques.
Die Schweizerin Heidi Frei brachte die Jeux 1960 in die Deutschschweiz, wo sie vorwiegend pädagogisch eingesetzt wurden. 1973 schwappte die Begeisterung dafür nach Deutschland: Peter Moosig und Eva Peter-Moosig wirkten als "Fackelträger" für die Jeux und brachten sie auf die Erwachsenenebene.

Wie sieht die Praxis der Jeux Dramatiques aus?

Wir nennen sie "Ausdrucksspiel aus dem Erleben"; jeder Spieler kann sich soweit in die jeweilige Rolle hineinbegeben, wie er möchte. Es geht um das Spielen an sich, ohne Anspruch auf Perfektion; es gibt kein richtig oder falsch. Es ist kein Text zu lernen oder zu sprechen, keine Regieanweisungen. Trotzdem gibt es klare Regeln, die dem Einzelnen Sicherheit und eine gewisse Struktur garantiert.

Für wen sind die Jeux Dramatiques?

Für alle, die ihren Intellekt für ein paar Stunden "in Urlaub schicken möchten"! Sie bieten eine gute Gelegenheit, das "innere Kind" in seiner Spielfreudigkeit wiederzuentdecken. Märchen und Spiel sind wunderbare Partner. Sie machen das Leben bunt und heiter, führen aber gleichzeitig in die Tiefe. Beide sind Ausdruck der Seele.
Heidi Frei sagt: "Spielend die Welt entdecken, lustvoll und ernsthaft den inneren Spuren folgen…", darum geht es bei den Jeux Dramatiques. In vertrauten oder befremdlichen Rollen sich erleben kann aufzeigen, "was hinter den Dingen steckt"..